BITKOM: Großes Interesse an Drohnen-Lieferungen

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Jeder Zweite würde sich Einkäufe und Medikamente gerne per Drohne liefern lassen

Ob beim Sport und in der Freizeit oder in der Logistik: Die potenziellen Einsatzbereiche für Drohnen sind vielfältig – und für viele Bundesbürger offenbar reizvoll. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.004 Bundesbürgern ab 16 Jahren. Am meisten Zustimmung bekommt die eilige Medikamentenlieferung, beispielsweise an entlegene Orte auf dem Land oder auch Inseln. 57 Prozent der Befragten würden Drohnen zu diesem Zweck auf jeden Fall nutzen oder können sich dies vorstellen. Auch die Lieferung von Einkäufen per Drohnen findet Anklang: Knapp die Hälfte der Bundesbürger (49 Prozent) würde Drohnen auf jeden Fall nutzen oder kann sich dies zumindest vorstellen, wenn es darum geht, sich Einkäufe nach Hause liefern zu lassen. „Warenlieferungen per Drohne wurden bis vor kurzem noch von Vielen als schlechter Scherz abgetan. Mittlerweile wird an entsprechenden Zukunftslösungen geforscht und gefeilt“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Logistikdrohnen werden auch in Zukunft keinen Kühlschrank liefern und sind sicher nicht für jede Ware die Lieferlösung schlechthin. Für kleine, leichte und besonders eilige Produkte müsste sich aber aus rein technischer Sicht schon heute kein Transporter oder Vieltonner mehr durch die verstopften Straßen der Innenstädte quälen.“

48 Prozent der Befragten würden ihre Drohne gern für Fotografie- und Videoaufnahmen von Landschaft und Natur nutzen. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) hat Interesse an der Nutzung als Spielzeug. Ähnlich viele (24 Prozent) würden mit Drohnen gern die Nachbarschaft erkunden. Jeder Fünfte (21 Prozent) möchte mit Drohnen sportliche Rennen fliegen. „Nach Industrie und Profi-Fotografen entdecken nun auch zunehmend die Verbraucher den Reiz von fliegenden Kameras. Luftaufnahmen waren noch nie so günstig und einfach zu bekommen“, sagt Rohleder. „Sein Interesse an Nachbars Haus sollte man im Griff haben. Selbstverständlich ist verboten, bei den Nachbarn übers Grundstück zu fliegen oder aus der Höhe Aufnahmen vom Garten oder gar den Innenräumen zu machen. Nicht alles, was technisch geht, ist auch erlaubt.“

Bei der Nutzung von Drohnen gibt es einige Regeln zu beachten. So besteht für alle Flugmodelle und unbemannten Luftfahrtsysteme ab einer Startmasse von mehr als 250 Gramm eine Kennzeichnungspflicht, um im Schadensfall den Halter schnell feststellen zu können. Für den Betrieb von Drohnen ab zwei Kilogramm ist ein Kenntnisnachweis, also eine Art Flugführerschein, erforderlich. Alle Regelungen stehen in der Drohnenverordnung des Bundesverkehrsministeriums: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/LF/151108-drohnen.html

Picture by Jonathan Lampel on Unsplash