E.ON bringt VR auf die Baustelle

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Vom Ruhrgebiet aus mal eben gemeinsam mit dem bayerischen Kollegen auf der Berliner Großbaustelle nachsehen, ob die Tiefbauarbeiten schon abgeschlossen sind und wann die neuen Leitungen geliefert wurden: Das und noch viel mehr wird nun für E.ON und seine Geschäftskunden ganz einfach möglich sein – mit dem Einsatz von 360°-Aufnahmen und künstlicher Intelligenz zur Visualisierung von Baustellen.

Dafür beteiligt sich das Unternehmen am deutsch-amerikanischen Start-up HoloBuilder. Mit dem Investment trägt E.ON zur weiteren Digitalisierung der Energiewirtschaft bei, optimiert Bauprozesse und vereinfacht die Kundenkommunikation in der Bauphase.

Das Start-up mit Aachener Wurzeln und Sitz in San Francisco macht mit seiner Cloud-Lösung nicht nur virtuelle Baubegehungen und 360°-Live-Streaming von der Baustelle möglich, sondern auch „Zeitreisen“: Bauverantwortliche, Geschäftskunden und Partnerfirmen können zu jedem beliebigen Zeitpunkt vor- und zurückspulen und so den Baufortschritt besser nachvollziehen. Ein weiteres Feature ist die virtuelle Messung von Abständen auf der Baustelle, was die Planung aus der Ferne deutlich erleichtert. Durch die zum Patent angemeldete Technologie und den Einsatz künstlicher Intelligenz können Nutzer außerdem automatisierte Fortschrittsreports erhalten, erfolgte Installationen erkennen und bewegte Erdmengen bestimmen. Die Bilder für die Software liefert eine 360°-Kamera in Verbindung mit der sogenannten JobWalk App, mit Hilfe derer Mitarbeiter vor Ort die Kamera aktivieren und die Projektdokumentation vornehmen können.

E.ON wird die Lösung selbst nutzen

E.ON wird die Lösung von HoloBuilder künftig beim Bau von Netzprojekten wie Umspannwerken und Schaltanlagen sowie bei großen Quartiersprojekten einsetzen. Thomas Birr, Strategie- und Innovationschef bei E.ON, sagt: „Als zukunftsorientiertes, innovatives Unternehmen müssen wir uns immer wieder neu erfinden, ständig unsere Prozesse optimieren und unser Geschäft digitalisieren. In der Digitalisierung von Bauvorhaben liegt ein hohes, bisher ungenutztes Potenzial. Mit der Beteiligung an HoloBuilder sind wir bestens dafür aufgestellt, Projekte für die Energiewende digitaler – und damit noch effizienter, schneller und kundenorientierter – umzusetzen.“

„Die steigende, branchenübergreifende Nachfrage nach unseren Lösungen zeigt uns, dass wir als Start-up einen Nerv getroffen haben – die Digitalisierung von Bauprozessen bietet enorme Chancen. E.ON hat das als erstes Unternehmen der Energiewirtschaft in Europa erkannt und übernimmt damit die Vorreiterrolle bei der Digitalisierung von Baustellen und Infrastruktur. Wir sind davon überzeugt, dass diese völlig neuartige Planung, Durchführung und Überwachung von Bauprozessen Maßstäbe setzen wird“, sagt Mostafa Akbari-Hochberg, Gründer und CEO von HoloBuilder.

Erste Tests sind erfolgversprechend

Der E.ON-Netzbetreiber E.DIS hat den Einsatz der innovativen Software in einem Pilottest bereits erfolgreich getestet und daraufhin im Unternehmen weiter vorangetrieben. Innerhalb dieser Testphase hat E.DIS die 360°-Visualisierung unter anderem für die Planung der Neukonzeption der Energieversorgung eines großen Berliner Hotels am Alexanderplatz eingesetzt. E.DIS CEO Alexander Montebaur sagt dazu: „Der Pilottest hat bereits eine deutliche Verbesserung der Kommunikation zwischen allen Beteiligten gezeigt und uns darin bestärkt, die HoloBuilder-Lösung künftig in unserem Gebiet breit auszurollen: Bei voraussichtlich mehr als 20 Großprojekten und über 500 kleineren Projekten pro Jahr wird die Software zum Einsatz kommen.“

Auch der E.ON-Netzbetreiber Avacon hat die Technik erprobt und wird sie künftig sowohl bei eigenen als auch bei Fremdprojekten anwenden – zunächst vor allem beim Bau von Umspannwerken. „Die HoloBuilder-Technologie führt zu einer deutlichen Zeiteinsparung im Vergleich zu herkömmlicher Baudokumentation. Außerdem können wir bis zu 50 Prozent an Fahrtkosten einsparen, weil Vor-Ort-Termine auf Baustellen deutlich reduziert werden können“, sagt Marten Bunnemann, CEO von Avacon.

 

Photo by Rubens Nguyen on Unsplash