EU bestätigt: Digitaler Bürgerservice in Deutschland zu langsam

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Gestern hat die Europäische Kommission die Ergebnisse des Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) für 2019 bekannt gegeben. Fazit für Deutschland: In Sachen Digitaler Bürgerservice liegen wir in Europa weit hinten. Es ist Zeit für eine Aufholjagd!

Mit diesem Index werden die allgemeine Leistung Europas im Bereich der Digitalisierung gemessen und die Fortschritte der EU-Mitgliedstaaten bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit beobachtet.

Hierzu erklärte Andrus Ansip, der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident: „Ende 2014, als wir mit der Erarbeitung eines Plans für den digitalen Binnenmarkt begannen, wollten wir eine langfristige Strategie erstellen, um das digitale Umfeld in Europa zu fördern, die Rechtssicherheit zu verbessern und faire Bedingungen für alle Beteiligten zu schaffen. Nachdem sich die EU auf 28 von 30 Legislativvorschlägen geeinigt und 35 neue digitale Rechte und Freiheiten geschaffen hat, kann die erfolgreiche Umsetzung des digitalen Binnenmarkts erheblich dazu beitragen, die Ergebnisse der einzelnen Länder weiter zu verbessern. Jetzt ist es dringend erforderlich, neue Vorschriften zur Verbesserung der Konnektivität, Datenwirtschaft und der digitalen öffentlichen Dienste zu schaffen und den Mitgliedstaaten zu helfen, ihre Bürgerinnen und Bürger mit den digitalen Kompetenzen auszustatten, die einem modernen Arbeitsmarkt entsprechen.“

Die für digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständige EU-Kommissarin Mariya Gabriel ergänzte: „Der diesjährige Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zeigt, dass der digitale Wandel beschleunigt werden muss, damit die EU weltweit wettbewerbsfähig bleibt.Damit dies gelingt, müssen wir unsere Zusammenarbeit für eine umfassende digitale Wirtschaft fortsetzen und dafür sorgen, dass alle EU-Bürgerinnen und -Bürger ungehinderten Zugang zur digitalen Qualifizierung erhalten, damit wir wirklich erfolgreich sind und ein stärker digitalisiertes Europa aufbauen können.“

Die Ergebnisse des DESI der vergangenen fünf Jahre zeigen, dass gezielte Investitionen und entschlossene Digitalisierungsmaßnahmen erhebliche Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der einzelnen Länder haben können. Beispiele hierfür sind der Ausbau des ultraschnellen Breitbandnetzes in Spanien, die Verbesserung der Konnektivität in Zypern, die Digitalisierung von Unternehmen in Irland sowie die digitalen öffentlichen Dienstleistungen in Lettland und Litauen.

Den Teilbereich Digitale Öffentliche Services des Reports der EU-Kommission können Sie hier direkt als PDF herunterladen.

Es wird mehr als deutlich, dass digitale Bürgerservices immer stärker nachgefragt werden – sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen. Auch in unserem WOLKENMACHER.ROCKS Team erhalten wir seit rund einem Jahr verstärkt Anfragen von Städten und Gemeinden, die innovative digitale Bürgerservices entwickeln möchten. Wir haben dazu bereits mehrere Proof-of-Concept Studien realisiert und geplant.

Die Kommunen müssen nun jedoch auch daran gehen, diese neuen digitalen Services Ihren Bürgerinnen und Bürgern sowie den Unternehmen am Ort zur Verfügung zu stellen. Hier fehlt es oftmals noch am politischen Willen, die nötigen Investitionen zu tätigen. Nicht selten mangelt es aber – leider – auch an der Digitalkompetenz der zuständigen Entscheidungsträger in der öffentlichen Verwaltung.

Es ist Zeit für eine Aufholjagd in Deutschland in Sachen Digitalisierung und Digitale Bürgerservices! Das digitale Zeitalter hat längst begonnen. Wir müssen uns in Deutschland fragen, ob wir es aktiv gestalten oder uns von Innovationen und Entwicklungen andernorts treiben lassen wollen.

 

 

Bild von melancholiaphotography auf Pixabay