Helmholtz: 11,4 Millionen Euro pro Jahr in Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen

Für die Analyse komplexer Daten von der Klima- bis zur Gesundheitsforschung baut die Helmholtz-Gemeinschaft ab sofort sechs Einheiten für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen auf. Dazu investiert die größte deutsche Forschungsorganisation dauerhaft 11,4 Millionen Euro jährlich.

„Unsere Gesellschaft befindet sich inmitten eines tiefgreifenden Wandels“, sagt Otmar D. Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Der Klimawandel, die Mobilität der Zukunft oder die Möglichkeiten der Robotik stellen uns alle vor enorme Herausforderungen.“ Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen sind mächtige Werkzeuge, um Lösungen für diese großen und komplexen Aufgaben zu entwickeln. Helmholtz wird daher künftig seine breit aufgestellten Kompetenzen im Feld KI noch weiter ausbauen, um gesellschaftlich relevante Fragen zu beantworten. Darüber hinaus treibt Helmholtz die Erforschung und das Verständnis komplexer Systeme voran.

„Dazu hat die Helmholtz-Gemeinschaft eine Forschungsbereichs-übergreifende Struktur geschaffen, in der Kompetenzen in KI und Maschinellem Lernen durch Zusammenarbeit geteilt, erweitert und auf eine neue Ebene gehoben werden können“, so Wiestler weiter. Dieses Vorhaben wird bundesweit mit einer Helmholtz-Plattform für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen umgesetzt.

Mit der Helmholtz Artificial Intelligence Cooperation Unit (HAICU) baut die Helmholtz-Gemeinschaft ein zukunftsweisendes Netzwerk für angewandte Künstliche Intelligenz auf. HAICU wird Verfahren der Künstlichen Intelligenz beispielsweise für die Analyse komplexer Systeme im Bereich Energie, Verkehr, Klima oder Gesundheit entwickeln, umsetzen und verbreiten. Dafür stellt die größte deutsche Forschungsorganisation dauerhaft 11,4 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. HAICU wird aus einer international sichtbaren, zentralen Einheit (HAICU central) und fünf weiteren Forschungsbereichs-spezifischen Einheiten an weiteren Helmholtz-Zentren (HAICU local) bestehen. Die Auswahl der Einheiten hat ein hochkarätiges, internationales Panel in einem wettbewerblichen und wissenschaftsgeleiteten Auswahlverfahren getroffen.

HAICU central geht ans Helmholtz Zentrum München
HAICUs zentrale Einheit ist ab sofort am Helmholtz Zentrum München (HMGU) verortet und besteht aus mehreren Forschungsgruppen sowie einem wissenschaftlichen Unterstützungsteam. „Die Münchner Forscherinnen und Forscher haben sich von Anfang an für den Aufbau von HAICU eingesetzt. Spitzenleistungen im Bereich angewandte KI und Maschinelles Lernen zeichnen das Helmholtz Zentrum München für eine zentrale Rolle im Verbund aus“, sagt Wiestler. Das HMGU ist ein führendes Zentrum im Bereich Maschinelles Lernen in der Gesundheitsforschung und Bioinformatik und treibt die Forschung in den Bereichen Biologie, Biomedizin und Digitale Gesundheit voran. Die Münchner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich seit über zehn Jahren mit der Entwicklung, Erweiterung und Anwendung von Methoden der KI. Zudem engagieren sie sich für die interdisziplinären Aspekte der KI, die für die gesamte Helmholtz-Gemeinschaft relevant sind. HAICU central wird zudem eine koordinierende Rolle im Netzwerk übernehmen und einen allgemeinen wissenschaftlichen Support für die anderen Zentren bieten.

Die fünf lokalen Einheiten von HAICU sind an weiteren Helmholtz-Zentren angesiedelt. So sind alle sechs Forschungsbereiche der Helmholtz-Gemeinschaft vertreten: Sie bestehen jeweils aus einer vollausgestatteten Nachwuchsgruppe und einem Unterstützungsteam und werden dicht an den Helmholtz-relevanten Anwendungen forschen, Methoden für den Einsatz in die Forschungsdomänen spezifizieren und dafür eng mit dem gesamten HAICU-Netzwerk zusammenarbeiten.

HAICU wird die Helmholtz-Gemeinschaft im Bereich der angewandten KI erheblich bereichern, indem es dazu beiträgt, Wissenschaftler aller Helmholtz-Zentren zu vernetzen und zu unterstützen – und damit transdisziplinäre und disruptive Forschungsergebnisse zu erzeugen.

Helmholtz strebt mit HAICU eine internationale Führungsposition in der angewandten KI an, indem sie diese mit einzigartigen Forschungsfragen und Datensätzen kombiniert. HAICU wird neue KI-Methoden entwickeln und implementieren, die durch konkrete Forschungsfragen motiviert sind und diese in Anwendungsfällen über mehrere Helmholtz-Zentren hinweg verwenden. HAICU wird außerdem KI-Methoden für Nutzer in den verschiedenen Zentren anwendbar machen, neue Methoden in diesem Bereich verbreiten und Synergien zwischen Anwendungen über institutionelle Grenzen hinweg erzielen.

Das Helmholtz-weite KI-Netzwerk wird auch mit einer spezifischen Förderlinie für wissenschaftliche Projekte verschiedener Größe unterstützt. Ergänzt wird dies durch ein internationales Programm und international sichtbare Workshops.

Picture by TheDigitalArtist on Pixabay

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Philipp Ludwig

Philipp Ludwig stieß nach seinem Studium der Angewandten Medien- und Kommunikationswissenschaft, Bachelor of Arts, an der Technischen Universität Ilmenau zum Team VINTIN. Zuvor unterstützte er als Redakteur unter anderem das Ilmenauer Studentenradio sowie die Produktion bei der Landeswelle Thüringen.

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